Vorsicht Wildwechsel!

Nicht nur die dunkle Jahreszeit sorgt für einen Anstieg der Wildunfälle. Neben den allgemein bekannten dunklen Monaten ist besonders der Monat Mai die Zeit mit den häufigsten Wildunfällen im Jahr. Auch in der anstehenden Blattzeit (Juli und August) nimmt der Wildwechsel auch tagsüber deutlich zu.

Oft kommt es bei den Zusammenstößen zu erheblichen Sachschäden an den Kraftfahrzeugen. Personenschäden sind dagegen zum Glück relativ selten, wenn, dann aber oftmals mit massiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Für die betroffenen Wildtiere verlaufen solche Unfälle in den meisten Fällen leider tödlich.

Gerade in unserem ländlichen und von vielen Waldstücken geprägten Münsterland besteht durch Wildwechsel eine erhebliche Gefahr für den Straßenverkehr.

Auf den Straßen unseres Kreises kam es im Jahr 2010 zu 1.130 Verkehrsunfällen durch Wild auf der Fahrbahn. Darunter verunglückten bei 8 Verkehrsunfällen mit Personenschaden 15 Kraftfahrzeugführer und Mitfahrer. Für das 1. Quartal 2011 registriert die Polizei 276 Verkehrsunfälle mit Wild (257 Unfälle mit Wild waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres).

(Quelle: Direktion Verkehr, Kreispolizeibehörde Coesfeld)

So ist auch im Frühjahr für alle Auto- und Motorradfahrer erhöhte Aufmerksamkeit oberstes Gebot.

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Aktuelles Beispiel für die Gefährung auch bei Tage: Am 25.04.2011 kollidierte ein Motorradfahrer zur Mittagszeit auf der stark befahrenden Bundesstraße 474 bei Dülmen mit einem Reh.

Der Motorradfahrer erlitt durch den Sturz leichte Verletzungen. Das Reh verendete neben dem beschädigten Motorrad im Straßengraben.

(Text und Bilder: Direktion Verkehr, Kreispolizeibehörde Coesfeld)

 

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 Daher rät die Kreis-Verkehrswacht Coesfeld e. V.:

  • Bitte fahren Sie vorausschauend, besonders an bewaldeten Stellen und während der Dämmerung.

  • Halten Sie den rechten und linken Fahrbahnrand im Auge.
  • Beachten Sie die Wildwechsel-Beschilderung und reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit.
  • Fahren Sie in der Dunkelheit mit mäßigem Tempo und nach Möglichkeit mit Fernlicht. Das kann Ihnen helfen insbesondere Rotwild am Straßenrand schneller zu erkennen.
  • Überquert ein Tier Ihren Fahrweg, rechnen Sie unbedingt damit, dass weitere Tiere folgen.
  • Befinden sich Tiere auf der Fahrbahn oder springen in Ihren Fahrweg: bleiben Sie ruhig und bremsen kontrolliert, blenden Sie Ihr Fernlicht ab und hupen Sie.
  • Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, vermeiden Sie hektische Lenkbewegung. Bremsen Sie und steuern Sie gerade aus. Ein kontrollierter Aufprall  birgt für die PKW-Insassen meist weniger Risiken als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver. 

  • Sollten es zu einem Zusammenstoß kommen, sichern Sie die Unfallstelle und schalten das Warnblinklicht ein.
  • Ziehen Sie ggfls. ihre Warnweste an.
  • Informieren Sie umgehend die Polizei! Bitte melden Sie auch kleinere Wildunfälle, denn verletzte Tiere flüchten sich oft in die angrenzenden Felder. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdausübungsberechtigten.
  • Verletzte Tiere sind aggressiv – halten Sie gebührenden Abstand.
  • Ein getötetes Tier ist eine Gefahr für den nachfolgenden Verkehr. Ziehen Sie es wenn möglich zum Straßenrand. Tragen Sie wegen möglicher Tollwutgefahr Handschuhe.
  • WICHTIG:   Das getötete Wild ist Eigentum des zuständigen Jagdausübungsberechtigten. Nehmen Sie keine Tiere mit – das erfüllt den Tatbestand der Wilderei und wird bestraft!
  • Melden Sie den Wildschaden kurzfristig an Ihre Versicherung.