Coesfeld, 15. Mai 2010 -- Im Jahr 2009 starben auf den Straßen im Kreis Coesfeld 12 Menschen bei Verkehrsunfällen.

5 von den 12 Getöteten waren als Motorradfahrer¹ unterwegs. Nüchtern in Zahlen ausgedrückt bedeutet das einen prozentualen Anteil von 41,66 % an der Gesamtanzahl der Getöte-ten im Kreis Coesfeld. 5,5 % der landesweit in NRW getöteten Motorradfahrer verunglückten im Kreis Coesfeld. Der erfreuliche, über die Jahre kontinuierliche Rückgang der getöteten Verkehrsteilnehmer findet im Gegensatz zu den Pkw-Insassen in der Gruppe der Motorrad fahrenden Verkehrteilnehmer nicht im gleichen Maße statt.

Darüber hinaus wurden 60 Motorradfahrer im Kreis Coesfeld bei Verkehrsunfällen verletzt. Erweitert man den Focus auf die Gruppe aller motorisierten Zweiradfahrer², erhöht sich die Zahl der Verletzen auf 121.

Von den insgesamt 107 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Motorradfahrern wurden 66 Unfälle hauptverantwortlich von den Motorradfahrern verursacht. Das entspricht einer Quote von 61,7 %. Bei den von Motorradfahrern verursachten Unfällen wurde die Geschwindigkeit als häufigste Unfallursache identifiziert.

Die Kreispolizeibehörde Coesfeld hat sich in ihrem Sicherheitsprogramm für das Jahr 2010 u.a. zum Ziel gesetzt, die schweren Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern zu senken. Die Direktion Verkehr hat sich daher entschlossen, mit Beginn der Motorradsaison 2010 verstärkt präventiv und repressiv gegen Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Kradfahrer vorzugehen.

Die Analyse der Verkehrsunfälle zeigt seit Jahren, dass der Kreis Coesfeld, mit seinen attraktiven Ausflugszielen und für Kradfahrer interessanten Strecken Motorradfahrer aus dem Ruhrgebiet, dem Rheinland, den umliegenden Kreisen und den nahen Niederlanden anzieht. Knapp 2/3 der verunfallten Kräder waren nicht im Kreis Coesfeld zugelassen.

Um auch auswärtige Motorradfahrer auf die Gefahren aufmerksam zu machen, entstand die Idee, auf der Grundlage der diesjährigen Landeskampagne „Komm gut an! Sieger rasen nicht! eine Unfallsituation auf einem Anhänger nachzustellen und diesen an wechselnden, von Kradfahrern frequentierten Strecken und Orten im Kreis aufzustellen.

Die nachgestellte Unfallsituation soll die Kradfahrer

- auf das Problem aufmerksam machen

- zum Nachdenken anregen

- möglichst eine Verhaltensänderung bewirken.

¹ Motorrad: Kraftrad mit einem Hubraum über 125cm³ oder einer Nennleistung von mehr als 11 kw

² Motorisiertes Zweirad: Leichtmofa, Mofa 25, Mopeds, Kleinkrafträder (inkl. Roller), Leichtkrafträder, Motorräder und Motorroller

Durch die Verknüpfung von Prävention und Repression soll eine Senkung der Unfallzahlen erreicht werden.

Die Idee, einen Anhänger mit einer gestellten Unfallszene zu bauen, konnte in Zusammenarbeit und mit großer Unterstützung der Kreishandwerkerschaft umgesetzt werden. Über die Kfz- und Zweiradinnung konnten sowohl der Anhänger und das Krad beschafft werden. Mit viel Kreativität, sorgfältiger Planung und solidem handwerklichen Können wurde die Idee im Handwerkerbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft in die Tat umgesetzt.
Die Kreispolizeibehörde Coesfeld freut sich, das gelungene Ergebnis in Zukunft zur Unfallprävention einsetzen zu können und bedankt sich bei der Kreishandwerkerschaft für die geleistete Unterstützung. Ein weiterer Dank gilt der Kreis-Verkehrswacht Coesfeld e.V., die das Projekt mit einer Teilfinanzierung unterstützt.

Direktion Verkehr

(Quelle: Kreispolizeibehörde Coesfeld)